Informationsportal rund um die arabische Welt von Nordafrika über die Länder des fruchtbaren Halbmonds bis an den Golf und nach Zentralasien

Sie sind hier: Home - Länderlexikon - Algerien

Tourismus und Reisen
Kunst und Kultur
Literatur, Fach- und Sachbücher, Reiseführer, Buchtipps und Themendossiers
Arabic-Music.de / Arabische-Musik.de
Ausstellungen zu Afrika und Asien (Schwerpunkt Nordafrika und Naher- bzw. Mittlerer Osten)
Aktuelle Informationen und News
Termine (Ausstellungen, Kongresse, TV)
Wirtschaft
Service: Links, Postkarten, Newsletter, Kontakt
Suche
Kontakt / eMail
Mehr Informationen zum Thema

Artikel empfehlen

Algerische Demokratische Volksrepublik
Wadi in der Sahara, Süd-Algerien

Wadi in der Sahara, Süd-Algerien.

Algerische Demokratische Volksrepublik
al-Djumhuriya
al-Djaza'iriya al-Dimuqratiya ash-Shaabiya
unabhängig seit dem 05.07.1962
Fläche: 2.400.000 qkm - Einwohner: ca. 28 Mio.
Hauptstadt: Algier - Einwohner: ca. 1,5 Mio.
Währung: 1 DM = 25 Algerische Dinar (AD)

Ende des 2. Jtds. V. Chr. gründeten die Phönizier (wie auch z.B. in Marokko) Handelsniederlassungen entlang der algerischen Küste und traten in einen regen Kontakt mit den hier ansässigen numidisch-berberischen Stämmen. Vom 5. Jhd. v. Chr. an ist der Küstenstreifen zur Einflusssphäre Karthagos zuzurechnen bevor das Land als Bestandteil des römischen Reiches eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit erlebte. Wie der gesamte nordafrikanische Raum wurde um ca. 700 n. Chr. Algerien Ziel der arabisch-islamischen Expansion und wurde bis zum 15 Jhd. n. Chr. sowohl von berberischen als auch arabischen Dynastien beherrscht, bevor die Verlagerung des Transsaharahandels nach Ägypten, zu einer erheblichen wirtschaftlichen Destabilisierung des Landes führte und das Land kurzzeitig zum Osmanischen Reich gehörte.

Bereits 1830 begann die Zeit der Kolonisierung durch Frankreich mit der Eroberung mit Algiers. Die fruchtbarsten Ländereien wurden großen Agrargesellschaften überlassen, die diese wiederum an französische Siedler (sogenannte 'Colons') weiterverkaufte. Die Spezialisierung (Wein, Gemüse, etc.) erfolgte zu dieser Zeit auf Kosten des für die algerische Bevölkerung lebensnotwendigen Getreides. 1954 formieren sich unter Führung der FLN Partisanengruppen zu einen Nationalen Befreiungsarmee und lösen einen Volksaufstand aus, dem Frankreich nicht mehr Herr werden kann. Bis 1958 gelingt es der FLN (Front de Libération Nationale) nicht nur große Teile des Landes unter Kontrolle zu bringen, sondern darüber hinaus erkennt die Arabische Liga im gleichen Jahr die sich konstituierende Exilregierung an. Mit den Verträgen von Evian erkennt dann 1962 die französische Regierung die Rechte Algeriens an und gewährt dem Staat seine Selbständigkeit.

Algerische Demokratische Volksrepublik

Karte in GrossaufnahmeAlgerische Demokratische Volksrepublik.

Algerien gliedert sich in zwei völlig unterschiedliche Regionen mit ihrem jeweils ganz eigenem Reiz: Der Atlasregion im Norden - begrenzt von dem bis zu 2.328 m hohen Auragebirge und der Sahara im Süden.

Im Gegensatz zur Libyschen Sahara ist die Algerische von einer Vielzahl von Wadis zerschnitten. Den zentralen Teil nimmt das Tadmeitplateau ein (835 m) und im Süd-Osten das Ahaggar (Tahar 2.918 m).

So unterschiedlich die landschaftlichen Strukturen, so unterschiedlich ist auch das Klima: Mittelmeerklima mit Niederschlägen im Winter im Norden (Algier bis zu 0°C) und dem Klima der Sahara mit seiner ganzjährigen Trockenheit (Tamanrasit 50 mm) - der Regen fällt als kurzer Gus, kann aber auch auf Jahre ausbleiben - mit enormen Tag-/Nacht-Temperaturschwankungen.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Algier 11 15 24 19 12
el-Golea 10 20 33 22 10
Insallah 14 26 27 27 15
Tamanrasset 13 23 29 23 13

Das Algerien der Neuzeit ist eine parlamentarische Republik, der direkt gewählt Präsident verfügt über weitreichende Vollmachten als Repräsentant des Staates nach innen und außen, sowie als Oberkommandierender der Streitkräfte. Er wird jeweils für eine Amtszeit von 5 Jahren in allgemeinen und geheimen Wahlen direkt vom Volk gewählt und ernennt den Ministerpräsidenten und die Regierungsmitglieder, die dem Parlament, dem die legislative Kraft zukommt, verantwortlich sind.

Algerien gilt zwar als Entwicklungsland, verfügt aber über - neben dem traditionell starken Agrarsektor - eine aufstrebende Industrie und eine bedeutende Erdöl- bzw. Erdgas-Wirtschaft (rund 200.000 Barrel pro Tag).

Die FLN - führende Partei Algeriens - gab 1989 ihr Machtmonopol auf und eröffnete den Weg zu einem pluralistischen Staatsgebilde. Bereits ein Jahr später ging die - seitdem legale Islamische Heilsfront (FIS) - mit 55% der Stimmen als Siegerin aus den Gemeindewahlen hervor. Heute ist das Land von blutigen Unruhen geprägt, insbesondere nachdem beim erste Wahlgang der Parlamentswahlen 1991, die islamische Heilspartei FIS 188 von 430 Sitze erlangte und 1992 die Armeeführung einen Staatsstreich auslöste, wodurch etliche Bestimmungen in der Verfassung ihre Bedeutung verloren. Die Situation spitzte sich mit der Ermordung vom Muhammad Boudiaf, der im Gefloge des Staatsstreichs zum Präsidenten berufen wurde, 1992 zu. Der Führung gelang es weder durch das Verbot der FIS noch durch drakonische Strafmaßnahmen Terroraktion einzudämmen und die Situation einer Lösung zuzuführen. Bombenanschläge in Frankreich 1997 trugen diesen blutigen Konflikt schließlich auch nach Europa.

Laut Auswärtigem Amt hat sich die Sicherheitslage in den letzten Monaten - wohl auch nach den letzten Wahlen - verbessert und insbesondere in Algier und den anderen Großstädten weitgehend normalisiert, Anschläge werden aber auch weiterhin nicht ausgeschlossen. Aktivitäten der islamistischen Terroristen konzentrieren sich gegenwärtig wohl vor vor allem noch auf ländliche Gebiete in der Kabylei und in Westalgerien.

Informationen, Reise- und Buchtipps zur arabischen Welt von Magreb über Maschreq bis an den Persischen Golf
Länderlexikon
mehr Infos zum Thema ...
Link- & Buchtipps

Yasmina Khadra: Morituri.
8°. 159 S., OLn., Haymon Verlag, Innsbruck 1999.

Yasmina Khadra: Doppelweiss.
8°. 158 S., OLn., Haymon Verlag, Innsbruck 2000.

Yasmina Khadra: Doppelweiss

Der erste Fall für Llob, der von Ghoul Malek, einer mächtigen und gefürchteten "Grauen Eminenz" in Algier, mit der Suche nach dessen verschwundener Tochter beauftragt wird. Die Nachforschungen führen ihn mitten hinein in einen undurchdringlichen Filz von Politik, Terror und Verbrechen, bei dem jeder seinen persönlichen Reibach machen möchte.

weiter lesen jetzt bestellen
Linktipp

Antiquarische Bücher und historische Reiseberichte zu «Algerien»

justbooks.de weiter