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Republik Irak
Fayencen in Bagdad

Fayencen an einer Moschee in Bagdad.

Republik Irak
al-Jumhuria al-Iraqiyya
unabhängig seit 1932
Fläche: 440.000 qkm - Einwohner: ca. 18 Mio.
Hauptstadt: Baghdad - Einwohner: ca. 4 Mio.
Währung: 1 DM = ca. 1.350 Irak-Dinar

Der Irak bezeichnet sich - wie auch Syrien - gerne als "Wiege der Menschheit", zu der er sich auch zählen lassen kann, da das Land zu jenen Gebieten im Nahen Osten zählt, die Entscheidend für die Entwicklung von Lebensweisen und Kultur waren. Im Zuge arabisch-islamischer Eroberungen kam dann bereits von 633-640 n. Chr. der gesamte nördliche Raum Mesopotamien bis Mosul unter muslimische Herrschaft. Unter den Abbassiden wurde um 750 der Irak zur wichtigsten Provinz des gesamten Khalifenreiches und 762 ließ der zweiten Abbassidenkhalif Baghdad als neue Hauptstadt des Reiches erbauen. In den Städten kam es zur regen Entwicklung des Handwerks, insbesondere durch die Verarbeitung von (Baum-) Wolle zu Teppichen. Erste Papiermühlen werden 794 erwähnt. Unter Harun ar-Raschid und al-Ma'mun erleben die Abbassiden die volle Blüte ihrer Macht.

Im 16. Jhd. wurde dann das Land, nach Eroberung durch Sultan Suleiman I., Teil des Osmanischen Reiches und verblieb mit einer kurzen Unterbrechung im 17 Jhd. mit zum 1. Weltkrieg unter osmanischer Herrschaft, bevor - nach Zusammenbruch des Osmanischen Reiches 1918 - Großbritannien 1920 den Irak zum britischen Mandatsgebiet erklärten. Bereits 1925 erhielt der Irak eine eigene Verfassung bevor er 1932 formell unabhängig wurde.

Republik Irak

Karte in GrossaufnahmeRepublik Irak.

Der Irak wird vom Zweistromland (Mesopotamien) durchzogen. Dieses wird im Norden vom kurdischen Bergland und im Osten von Zagros mit dem Djabal al-Hamrin begrenzt (einem Faltengebirge mit den Hauptketten im Iran und seinen Ausläufern im Irak), im Westen als auch im Süden geht es in die Wüsten und Steppen des syrisch-irakischen Tafellands über.

Der Norden des Irak bis etwa auf die geographische Breite von Bagdad liegt im Winter im Bereich der sog. Westwindzone der gemäßigten Breiten und im Sommer unter Hochdruckeinfluss bei Temperaturen zwischen -6°C im Winter und 47°C im Hochsommer (Jahresmittel 22°C). Der Raum südlich Baghdads dagegen gehört ganzjährig zum subtropischen Hochdruckgürtel. Die Sommer sind im gesamten Land niederschlagslos und mit Ausnahme der Gebirgsregionen recht warm bei Durchschnittstemperaturen um 33 - 34°C. Mitunter starke, ganzjährige Winde aus nordwestlicher Richtung führen dazu, dass z.B. die Städte Baghdad ca. 20, Basra ca. 15 Staubsturmtage im Jahr haben.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Bagdad 9,5 22 33,5 24 11

Auf Basis der 1970 verkündeten provisorischen Verfassung bildet der Irak eine volksdemokratische Republik, die die Rechte ethnischer Minderheiten wie beispielsweise der insbesondere im Norden lebenden Kurden, formal anerkennt. Der sog. "Kommandorat der Revolution" verfügt über weittestgehende Rechte wie Verfassungsänderungen, Erlas von Gesetzen, Regelung aller Sicherheits- und Verteidigungsangelegenheiten u.v.m. Dessen Vorsitzender ist zugleich Präsident der Republik - Saddam Hussain wurde in einer Volksabstimmung am 15.10.1995 für weitere sieben Jahre mit 99,96% der Stimmen zum Präsidenten gewählt - und Oberbefehlshaber der Streitkräfte mit weitgehenden Befugnissen wie Ernennung bzw. Entlassung der Minister. Die Beschlüsse der 250 Abgeordnete umfassenden und 1980 erstmals gewählten Nationalversammlung haben dagegen einen rein empfehlenden Charakter. Wichtigste - und zugleich einzig legale Partei - ist die Ba'ath-Partei (Hizb al-Ba'ath), alle anderen (Oppositions-) Parteien sind derzeit verboten.

Administrativ ist der Irak in 18 Bezirke (Muhafaza) gegliedert, deren Verwaltung durch Räte erfolgt. Die Judikative wird von 4 seit 1969 bestehenden Kassationsgerichten und Gerichtshöfen in allen Kreisen ausgeübt.

Der Irak verfügte über einen traditionell sehr starken Agrarsektor, konnte aber durch seine bedeutenden Erdölvorkommen - insbesondere im Raum Kirkuk und westlich des Schatt al-Arab - und einer starken, aufstrebenden Industrie eine überdurchschnittlich gute Position einnehmen. Die beiden Golfkriege und die Sanktionsmaßnahmen der UNO hinterlassen aber deutlichst Spuren; nicht nur im industriellen Sektor, sondern auch unter der Zivilbevölkerung, da es selbst zur Zerstörung von Wohngebieten bei Luftangriffen der Alliierten kam. Der Außenhandel kam Anfang der 90er Jahre mit Inkrafttreten des UNO-Embargos weitestgehend zum erliegen.

Zum Bildungsstandard des Irak gehört eine sechsjährige Grundschulpflicht mit der Möglichkeit des Besuchs von Mittel- und Oberschule (jeweils drei Jahre) sowie der sechs Universitäten und 20 Hochschulen.

Zwischen den beiden "Bruderstaaten" Syrien und Irak kam es wiederholt zu militärischen Auseinandersetzungen, doch ist hier eine Annäherung zu verzeichnen: Im Dezember tagte die gemeinsame Grenzkommission und es kam zum Abschluss eines Vertrages über Grenzmarkierungen. Der Busverkehr zwischen beiden Ländern wurde wieder aufgenommen und seit Februar 2000 ist der Irak wieder mit eigenen Diplomaten in Damaskus (in der Botschaft Algeriens) offiziell wieder vertreten.

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Alfred Diwersy/Gisela Wand: Irak - Land zwischen Euphrat und Tigris.
4°. 444 S., 490 farb. zumeist ganzs. Abb. Geb. Gollenstein, Blieskastel 2001.

Nach über 20 Jahren öffnet sich das Land zwischen Euphrat und Tigris wieder dem Betrachter.

Alia Mamduch: Mottenkugeln.

Die Ein-
drücke sind über-
wältig-
end und zeigen, dass der Irak mehr ist als Raketendrohung und Embargo. Ins Bild gerückt sind die archäologisch erschlossenen Zentren der sumerischen, babylonischen und assyrischen Hochkulturen. Dokumentiert werden die Zeugnisse der Khalifenzeit und die bedeutensten Pilgerstätten der Schiiten, Kerbala, Kufa und Nadjef. Bildstudien zum religiösen Leben überraschen ebensowie Einblicke in den Alltag. Den 490 Farbbildern beigegeben sind ausführliche Erläuterungen und eine Chronologie. Ein vorgestellter Essay macht den Verlauf der Reise nacherlebbar und führt in die Bedeutung der großen Sehenswürdig-
keiten ein.

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