| Die Ausdehnung des bewässerten Landes (40% der landwirtschaftlich genutzten Fläche) mit Hilfe umfangreicher Bewässerungsvorhaben, deren größtes die Kultivierung des nördlichen Negev - unter Verwendung von Jordanwasser (aus dem See Genezareth) - ist, wird besonders vorangetrieben.
Gleichen Rang wie die Entwicklung der Landwirtschaft haben die Förderung von Industrie und Bergbau sowie insbesondere der Ausbau der Energieversorgung und der Verkehrsinfrastruktur. Die vorhandenen Industrieunternehmen sind dabei weitgehend auf importierte Rohstoffe und Energieträger angewiesen.
Hohe Erwartungen werden außerdem auf den schon heute blühenden Tourismus gesetzt. Jerusalem, die Wiege dreier Weltreligionen, ist mit seinen heiligen Stätten das Hauptziel des Fremdenverkehrs. Hoch im Kurs stehen auch Badeferien in Eilat oder am Mittelmeer sowie medizinische Kuren am Toten Meer. Das moderne, ins sechs Distrikte aufgeteilte, Israel ist eine parlamentarische Demokratie mit Legislative, Exekutive und Judikative, deren wesentlichen staatlichen Institutionen der Präsident, die Knesset (Parlament), die Regierung (Kabinett), die Judikative und der Staatskontrolleur sind.
Der von der Knesset gewählte Präsident symbolisiert die Einheit des Staates jenseits aller Parteipolitik. Die Knesset, für eine Legislaturperiode von vier Jahren gewählt, ist das Repräsentantenhaus Israels. Ihre wesentliche Aufgabe ist die Gesetzgebung. Die Regierung (Kabinett) bildet die exekutive Gewalt und ist mit der Durchführung der internen und auswärtigen Angelegenheiten beauftragt. Israel besitzt keine formelle schriftlich fixierte Verfassung, sondern vielmehr sind die meisten Abschnitte einer zukünftigen Verfassung als Grundgesetze in Kraft. Die Ermordung von Ministerpräsident Rabin am 04.11.1995 - der sich vehement für eine arabisch-israelische Aussöhnung einsetzte, die diese in einem ständigen innenpolitischen Kampf gegenüber seinen
Opponenten verteidigen musste - überlagerte alle anderen Ereignisse. Nach einer Friedenkundgebung - und zugleich einer der größten Demonstrationen in der Geschichte Israels - gelang es dem damals 27jährigen Yigal Amir ungehindert in die Nähe von Rabin zu gelangen und verletzte ihn dann mit mehreren Pistolenschüssen tödlich. Nach der Wahl Benjamin Nethanjahus zum neuen Ministerpräsidenten kam der Friedensprozess bis zur Neuwahl, die die Opposition unter Ehud Barak gewann, weitestgehend zum Erliegen. Kurz nach der Wahl Baraks wurden die Kontakte neu geknüpft, Transitstrecken eingerichtet und mit dem vollständigen Rückzug aus dem Süd-Libanon - noch unter der Regierung Ehud Barak - ein weiterer, bedeutsamer Schritt für eine gegenseitige Annäherung gemacht. Ein nach wie vor
schwieriges Problemfeld stellen die jüdischen Siedler (ca. 120.000 im Westjordanland) dar. Auf der einen Seite ist Israel verpflichtet ihnen entsprechendes Schutzmaßnahmen zu gewähren, auf der anderen Seite behindert die religiös-nationale Ausrichtung vieler Siedler den Friedensprozess. |