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Jemenitische Republik
Jemen auf der Expo 2000 in Hannover

Jemen auf der Expo 2000 in Hannover.

Jemenitische Republik
al-Jumhuria al-Yamaniya
Tag der Proklamation: 22.05.1990
Fläche: 530.000 qkm - Einwohner: 16 Mio.
Hauptstadt: Sana'a - Einwohner: 500.000
Währung: 1 DM = ca. 25 Jemenitische Rial (YR)

Der Jemen war im Laufe seiner langen Geschichte, wenn man von einigen Landesteilen absieht, immer unabhängig gewesen. Bereits im 1. Jahrtausend unserer Zeitrechnung bestanden im heutigen Jemen mächtige Königreiche an der Weihrauchstraße. Kostbare Handelsgüter wie Gewürze, Seidenstoffe, Weihrauch und andere Güter wurden aus China und Indien über den Hadhramaut - im Süden des heutigen Jemens - bis zum Mittelmeer transportiert.
Auch die Bibel berichtet bereits von der Königin von Saba und ihrem Besuch bei König Salomon. Mit der zunehmenden Entwicklung der Seefahrt am Roten Meer nahm die Bedeutung der Weihrauchstraße als landgebundene Handelsstrasse ab. Nach vorübergehender Herrschaft der Äthiopier beherrschten die Perser das Land. Im Mittelalter, von 1538 - 1630, und von 1849 - 1918 kam der Jemen unter den Einfluss des Osmanischen Reiches. Während dieses Zeitabschnitts übten die Imame aus dem Königshaus "Hamid ad-Din" ihren Einfluss auf die umliegenden Stämme aus.

Nach dem Ableben des letzten Imams, der auch zugleich religiöses Oberhaupt war, brach zwischen den Royalisten und Republikanern ein 7-jähriger Bürgerkrieg aus. Der Jemen wurde in der Folge in zwei Staaten gespalten: in die Demokratische Volksrepublik Jemen oder Südjemen mit der Hauptstadt Aden und in die Arabische Republik Jemen oder Nordjemen mit der Hauptstadt Sana'a.

Am 22. Mai 1990 kam es zur Wiedervereinigung, Hauptstadt der neuen "Republic of Yemen" wurde Sana'a. Die Spannungen über die Machtaufteilung zwischen dem Norden und dem Süden nahmen schon in den ersten Jahren der Wiedervereinigung zu, so dass es 1993/1994 zu einem neuerlichen Bürgerkrieg kam. Der Ausgang dieses Krieges bestätigte die Vorherrschaft Sana'as. Erst nach der Niederlage der südjemenitischen Opposition konnte die Regierung in Sana'a konkrete Maßnahmen zur Vereinigung ernsthaft beginnen.

Jemenitische Republik

Karte in GrossaufnahmeJemenitische Republik.

Der Jemen verfügt über eine außergewöhnlich abwechslungsreiche landschaftliche Vielfalt: Im Westen befinden sich über 3.000 m hohe Gebirge, im Osten schließen sich dagegen flache Tafelländer an. Die Küstengebiete werden von weithin sichtbaren mit Sanddünen und Kiesflächen bedeckten Ebenen eingenommen. die am Roten Meer und am Golf von Aden allerdings nur rund 50 km breit sind.
So wechselhaft die Landschaft, so wechselhaft das Klima: In der Tihama herrscht feuchtheißes und niederschlagsarmes Klima (Aden: Juni 32,9 °C im Januar 25 °C im Monatsmittel). Am Gebirgsrand herrscht ein- nicht selten nebelreiches - semiarides und warmes Klima, wohingegen es in Höhen über 2.000 m zu Frost und über 3.000 m gelegentlich zu Schnee kommen kann.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Aden 16 25,5 30,5 26 17,5

Mit Zusammenschluss von Nord- und Südjemen entstand am 22.05.1990 die gleichzeitig in Aden und Sana'a proklamierte Jemenitische Republik. Die Verfassung konzipierte den Einheitsstaat als parlamentarische Republik, den Islam zur Staatsreligion und die Schari'a als eine Hauptquelle der Gesetzesgebung.

Der Jemen gilt als einer der bisher am wenigsten entwickelten Staaten, nicht zuletzt bedingt durch die ungünstigen Naturbedingungen, dem Fortwirken feudalistisch geprägter Eigentumsverhältnisse im Agrarsektor sowie der Rückkehr von Gastarbeitern aus Saudi-Arabien und den Golfstaaten als Folge der pro-irakische Haltung im 2. Golfkrieg.

Die Landwirtschaft stellt nach wie vor eine der wichtigsten Quellen der Erwerbstätigkeit dar. Allerdings begrenzen die natürlichen Gegebenheiten die landwirtschaftliche Tätigkeit auf einige wenige Gebiete, wobei sich über Jahrtausende hinweg die Terrassenlandschaften oberhalb ca. 1.300m erhalten haben. Bedeutende Produkte sind u.a. Kaffee, Baumwolle, Kath und Tabal. Der Fischfang - der immer mehr an Bedeutung gewinnt - wird derzeit noch von infrastrukturellen Hemmnissen (Kühl- Lager- und Transportkapazitäten) gebremst.

Im industriellen Sektoren werden große Hoffnungen auf die Erdölförderung gesetzt, die bereits die Ausfälle bedingt durch die große Zahl an rückkehrenden Gastarbeitern, kompensieren konnte.

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Link- & Buchtipps

Bruce Kirkby: Im Leeren Viertel. Auf dem Kamel durch die arabische Wüste.
8°. 284 S. mit 24 Seiten Farbfotos. Geb. Malik Vlg., München 2001.

Carmen Rohrbach: Im Reich der Königin von Saba. Auf Karawanenwegen im Jemen. Kulturbericht.

Seit Wil-
fred Thesiger vor 50 Jahren das Leere Viertel durch-
querte, hat sich kein Mensch an dieses Abenteuer gewagt. 40 Tage und 1200 Kilometer durch die Salzsümpfe und Treibsande, vorbei an der Verlorenen Stadt, erfahren drei junge Abenteurer die Wüste auf ihre ursprünglichste Weise. Wie die Beduinen in alter Zeit will Bruce Kirkby das Leere Viertel, die größte Sandwüste der Erde, durchqueren – auf dem Rücken von Kamelen, störrische Begleiter und unentbehrliche Freunde.

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