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Königreich Marokko
Marokko auf der Expo 2000 in Hannover.

Marokko auf der Expo 2000 in Hannover.

Königreich Marokko
al-Mamlaka al-Maghribiya
Unabhängig seit dem 02.03.1956
Fläche: 458.800 qkm - Einwohner: 27 Mio.
Hauptstadt: Rabat - Einwohner: 1,3 Mio.
Währung: 1 DM = 4 Marokkanische Dirham (DH)

Erste Spuren für eine menschliche Besiedlung Marokkos haben Archäologen bereits bin in die Steinzeit hin zurückverfolgt. An der Mittelmeerküste entstanden im 12. Jhd. v. Chr. bereits Handelsniederlassungen durch die Phönizier, während das Hinterland durch Berberstämme besiedelt war. Ende des 7. bzw. Anfang des 8. Jhds. n. Chr. wurde Marokko dann Ziel arabisch-islamischer Eroberungen. Aufgrund der großen räumlichen Distanz gelang Marokko um 750 die Loslösung von Baghdad und bereits unter Idrisiden wurde der größte Teil des Landes, mit Fes als Residenzstadt, erstmals geeint.

Bis zum Beginn des 16. Jhds. wurden bedeutende Küstengebiete im Westen durch Portugal erobert, die aber in Kürze wieder durch die Sa'diten, denen es in der Folge gelang ein Reich bis hin nach Timbuktu aufzubauen, verdrängt. Der Machtpolitische Verfall Ende des 18. Jhds. begünstigte ein Eindringen der europäischen Kolonisation und 1912 wurde mit dem Vertrag von Fes der marokkanische Sultan Mulay Hafiz gezwungen der Umwandlung des Landes in ein französisches Protektorat zuzustimmen. Erst 1956 annullierte Frankreich dieses Abkommen und auch Spanien war bereit auf seine Gebiete zu verzichten, lediglich die Mittelmeerstädte Ceuta und Mellila verblieben - bis heute - bei Spanien.

Königreich Marokko

Karte in GrossaufnahmeKönigreich Marokko.

Marokko besticht durch seine landschaftliche Vielfalt: Das Land wird in Südwest-Nordost-Richtung vom Atlas-Gebirgssystem durchzogen, das eine Höhe von bis zu 4.000m erreicht. Zwischen Atlantik und dem Mittleren bzw. Hohen Atlas liegt die Marokkanische Metesa, ein ca. 600m hohes Tafelland, das im Norden seine Grenze zur fruchtbaren Ebene al-Gharb findet. Daran schließt sich - parallel zur Mittelmeerküste verlaufend - der bis knapp 2.500m hohe Rifatlas an. Im Nordosten folgt ein trockenes Steppenhochland, das sich bis nach Algerien erstreckt und im Südosten geht der Mittlere Atlas in die nördliche Sahara über. Klimatisch gesehen gehören weite Teile des Landes zur mediterranen Zone (Niederschläge als Winterregen, die nach Süden hin abnehmen). In den Hochlagen der Gebirge bildet sich - zur Freude der Skifahrer - eine z.T. mehrmonatige Schneedecke aus. Die Regionen südlich des Hohen bzw. Mittleren Atlas dagegen werden durch ein trocken-heißes Wüstenklima bestimmt. Dadurch bedingt liegt im Süden das Jahresmittel bei rund 20°C bei größeren (täglichen) Temperaturschwankungen, die Winter an der Küste dagegen sind mild bis kühl (Rabat im Januar durchschnittlich 17°C).

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Tanger 13 14 24 20 13,5
Casablanca 13 16 22,5 19 13
Marrakech 12 16 28 21 12
Agadir 15,5 20 24,5 22 16

Anfang der siebziger Jahre erlebte Marokko eine seiner tiefsten Krisen, die 1971 und 1972 in zwei gescheiterten Militärputschen ihren Ausdruck fanden. Zur Stabilisierung seiner Macht führte Hassan II. 1972 eine - zuletzt 1980 geänderte - neue Verfassung ein und verstaatlichte ausländisches Eigentum.

Zu Beginn der neunziger Jahre fand eine sehr kritische innenpolitische Debatte um die Einhaltung der Menschenrechte statt, die im Mai 1990 die Gründung eines entsprechenden Konsultativrates erreichte.

Das moderne Marokko von heute ist eine konstitutionelle Monarchie, in der der König mit weitreichenden Rechten ausgestattet ist. So z.B. ernennt er den Ministerpräsidenten und die Minister, leitet den Ministerrat und verkündet Gesetze. Seine Rechte reichen bis hin zur Parlamentsauflösung und Verhängung des Ausnahmezustands.

Eine weitere Säule ist das Repräsentantenhaus (zwei Drittel direkt, ein Drittel indirekt für sechs Jahre gewählt): Es bestimmt das Investitionsbudget mit, verabschiedet den Haushalt und kann durch Annahme eines Misstrauensantrages die Regierung zum Rücktritt zwingen. In den 37 Provinzen und 8 Stadtpräfekturen werden staatliche Vertreter indirekt durch die Abgeordneten der Kommunalversammlung gewählt. Die Judikative wird über ein Gerichtssystem realisiert, an dessen oberster Stelle der Oberste Gerichtshof steht, der für eine einheitliche Rechtssprechung (auch durch die Annahme von Revisionsanträgen) verantwortlich ist.

Marokko gilt zwar als Entwicklungsland, doch zugleich verfügt es - neben einem traditionell starken Agrarsektor - über eine stark fortschreitende Industrialisierung und einen bedeutenden Bergbau.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Straßennetz modernen Erfordernissen angepasst, es stehen heute rund 1.800 km Eisenbahnstrecke und fast 30.000 km ganzjährige befahrbare Straßen zur Verfügung.

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