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Islamische Republik Mauretanien
Mauretanien auf der Expo 2000 in Hannover.

Mauretanien auf der Expo 2000 in Hannover.

Islamische Republik Mauretanien
al-Djumhuriya al-Islamiya al-Mauritaniya
Unabhängig seit dem 28.11.1960
Fläche: 1,05 Mio. qkm - Einwohner: 2 Mio.
Hauptstadt: Nouakchott - Einwohner: 0,5 Mio.
Währung: 1 DM = 90 Ouguiya (UM)

Vom 7. bis 15. Jhd. n. Chr. unterstanden die heute auf dem Staatsgebiet Mauretaniens lebenden Stämme den im Maghreb herrschenden Dynastien, wie Umayyaden, Almoraviden und Almohaden. Mit Beginn des 16. Jhds. gerieten insbesondere die Küstengebiete des Landes unter den Einfluss Portugals, deren Versuch auch im Landesinneren Handelsniederlassungen zu etablieren fehlschlug. Nacheinander versuchten auch andere europäische Länder Fuß zu fassen, bis es Frankreich 1912 gelang sich als Kolonialmacht durchzusetzen und schließlich - gegen den Widerstand arabischer und berberischer Stämme - Mauretanien 1920 in seine Kolonie Französisch-Westafrika eingliederte. Von 1946 an gehörte Mauretanien zu den sogenannten Überseekolonien bevor es 1960 die Unabhängigkeit - Frankreich behielt seine Militärbasen - erlangte.

Entsprechend dem Vertrag von Madrid von 1975 - erst fünf Jahre zuvor war Marokko bereit Mauretanien anzuerkennen - teilen beide Länder die ehemals spanische Kolonie Westsahara unter sich auf.

Islamische Republik Mauretanien

Karte in GrossaufnahmeIslamische Republik Mauretanien.

Mauretanien besteht im großen und ganzen aus Sand- und Geröllwüsten mit weiten Ebenen mit einzelnen Bergen und wüstenhaften Bergländern. Die im Osten befindliche bis zu 500m hohe Hammadafläche hebt sich besonders hervor. Zwischen dem nördlichen Djauf (einem abflusslosen Binnenbecken) und der westlich gelegenen Grenze zur Sahara erstreckt sich bis nach Algerien hin ein felsiges bis zu 700m hohes Sandsteinplateau, das Mauretanische Adrar.

Klimatisch wird Mauretanien eindeutig von einem trockenen, tropischen Passat dominiert. Die Jahrestemperaturen - bei geringen Niederschlägen - werden in den Küstengebieten durch den kühleren Kanarenstrom beeinflusst (die durchschnittlichen Jahreswerte für Noakchott liegen zwischen 22°C und 29°C), im Landesinneren herrschen hohe Temperaturschwankungen vor.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Nouakchott 21 25 27 29 22

Seit Mitte der achtziger Jahre eskaliert der ethnische Konflikt zwischen den sowohl wirtschaftlich als auch politisch dominierenden arabisch-berberischen Mauren und der schwarzmauretanischen Bevölkerung, die ihren Höhepunkt 1989 erreichten, weshalb die Beziehungen zum Senegal auch heute noch angespannt sind.

Der moderne Staat Mauretanien ist eine Präsidialrepublik wobei die Staatsgewalt das Militär inne hat. Folglich bildet das Militärkomitee für Nationales Heil das oberste Staatsorgan. Ihm obliegt die Gesetzgebung und die Bestimmung der politischen Richtlinien, es ernennt seinen Präsidenten, der zugleich auch Staats- und Regierungschef sowie Oberkommandierender der Streitkräfte ist. Die Mitglieder des Komitees werden von diesem selbst ernannt. - Politische Parteien sind derzeit verboten. Das Justizwesen orientiert sich nach einer Reorganisation Ende der siebziger Jahre seit Beginn der achtziger Jahre immer konsequenter an der Schari'a. Wirtschaftlich wird Mauretanien von der UNO zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt und gehört zu den ökonomisch ärmsten Ländern der arabischen Welt.

Die Verkehrsinfrastruktur ist nur in Teilen vollkommen entwickelt. Neben der bedeutenden 675 km langen Erzbahn wird das Land durch ein rund 10.000 km langes Straßennetz erschlossen, wovon aber 8.000 km unbefestigte Pisten sein dürften. Über internationale Flughäfen verfügt neben der Hauptstadt nur noch Nawadhib.

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