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Republik Türkei
Hagia Sophia, Istanbul.

Hagia Sophia, Istanbul.

Republik Türkei
Türkiye Cumhuriyeti
Gründung der Republik: 29.10.1923
Fläche: 780.000 qkm - Einwohner: ca. 62 Mio.
Hauptstadt: Ankara - Einwohner: ca. 2,5 Mio.
Währung: 1 DM = 4.700 Türk Lirasi (TL)

Als "Brücke zwischen Orient und Okzident" ist die Türkei sowohl landschaftlich als auch geschichtlich eines der vielfältigsten Länder des Mittelmeerraumes. Anatolien war mit seiner Hauptstadt Konstantinopel der Mittelpunkt des 1000jährigen Byzantinischen Reiches. In dieser Stadt schlug auch das frühe Christentum seine Wurzeln, bis es vom Islam zuerst unter den Arabern und dann unter den seldschukischen und ottomanischen Türken verdrängt wurde.

Die osmanische Großmacht, die mit der Eroberung von Byzanz 1453 - von nun an Konstantinopels - auf den Resten des zerbrochenen Byzantinischen Reiches mit der islamisch-orientalischen Kultur über die christlich-abendländische triumphiert, und die die Grenzen ihres Reiches vom persischen Golf bis zum Atlantik und vom Indischen Ozean bis Wien hin ausdehnte, stand ein halbes Jahrtausend später selbst vor den Trümmern des eigenen Großreiches.

Langsam, aber sicher verkleinerte sich das Reich, bis jenes Land übrig blieb, das 1923 unter der Führung von Mustafa Kemal Atatürk, zu der neuen Türkei als Nachfolgestaat des Ottomanischen Reiches wurde und von ihm in den Zwischenkriegsjahren als säkularisierter Staat entwickelt wurde. Atatürk hatte die Notwendigkeit, das belastende Erbe der wechselvollen Vergangenheit der Türkei abzuschütteln, um als ein fortschrittliches Land bei der modernen Staatenwelt Anerkennung zu finden, erkannt und versucht, durch seine als "Kemalismus" bekannt gewordenen Wirtschafts- und Sozialreformen den Grundstein für eine moderne Industrienation zu legen. Nach dem Tode Atatürks im Jahr 1938 wurden nach und nach - begleitet von mehreren Umstürzen des Militärs - die heutigen demokratischen Strukturen auf der Basis seiner Vorarbeit geschaffen.

Republik Türkei

Karte in GrossaufnahmeRepublik Türkei.

Der europäische und der asiatische Teil des Landes werden durch den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen getrennt. Die Halbinsel Anatolien bildet ein nach Osten hin stetig ansteigendes Hochland, das von vielen Flüssen durchzogen und reich an Seen ist. Zu den bedeutendsten Flüssen zählen Tigris und Euphrat, die beide in der Türkei entspringen. Der in 1.646 m Höhe gelegene Van-See bedeckt 3.738 qkm, ist der größte Binnensee der Türkei und siebenmal größer als der Bodensee. Parallel zur Schwarzmeerküste verläuft die nordanatolische Bergkette, parallel zur Mittelmeerküste ziehen sich die Taurusberge hin, die in fruchtbare Ebenen auslaufen.

Klimatisch gesehen ergibt die Türkei kein einheitliches Bild. Der Norden ist von feuchtwarmem Klima geprägt. Es ist das regenreichste Gebiet der Türkei. Zentralanatolien liegt im Regenschatten von Pontus und Taurus. Die Sommer sind sehr heiß und die Winter sehr kalt. An der Ägäis und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima. Das heißt auch, dass die Niederschläge hauptsächlich im Winter fallen.

Monats-
mittel in °C
Januar April Juli Oktober Dezember
Istanbul 5,5 12 23 15,5 8
Ankara 0 11 23 13 3
Izmir 9 16 28 18,5 11
Antalya 10,5 16 28 20 12
Bodrum 11 17 28,5 20,5 12,5

Nach der mehrfach geänderten Verfassung von 1982 ist die Türkei eine parlamentarische Republik, deren Staatspräsident vom Parlament für eine Amtszeit von 7 Jahren gewählt wird. Das Präsidentenamt ist mit umfangreichen Machtbefugnissen ausgestattet. So hat der Staatspräsident nicht nur das Recht, Gesetze an das Parlament zurückzuverweisen, sondern er ist außerdem befugt, den Ausnahmezustand zu verhängen und durch Dekret zu regieren; dies bedarf allerdings, wenn auch nachträglich, der Billigung durch das Parlament. Er ernennt darüber hinaus den Ministerpräsidenten und auf dessen Vorschlag hin die Minister.

Das Parlament, die "Große Nationalversammlung" hat 550 Abgeordnete, die für 5 Jahre gewählt werden. Das türkische Parteiensystem hat sich bis heute noch nicht stabilisiert; Spaltungen, Fusionen und Übertritte von Abgeordneten und dadurch bedingte Regierungskrisen, trotz einer 10%-Klausel, sind häufig.

Das Militär beansprucht eine Schiedsrichterrolle im politischen Leben und versteht sich traditionell als Sachwalter des Kemalismus.

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