| Gut zweitausend Jahre lang verband die historische Seidenstraße die Kulturen des Mittleren und Fernen Ostens mit den Kulturen Europas.
Über ein Netz verschiedener Handelsrouten fanden aber nicht nur Güter aus China und Zentralasien ihren Weg an das Mittelmeer, sondern nicht zuletzt auch Musikinstrumente und musikalische Idiome. Dabei wirkte die Seidenstrasse nicht als Einbahnstrasse zwischen den Kulturen: materielle und ideelle Güter waren einer Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse ausgesetzt und wurden auf ihrer Reise verändert und weiterentwickelt. Fasziniert von diesem interkulturellen Ideenfluss rief der Cellist Yo Yo Ma im Jahre 1998 das Silk Road Project ins Leben mit dem Ziel mit Konzerten und Festivals auf der ganzen Welt die Musik der Länder entlang der Seidenstraße einem
breiten Publikum zugänglich zu machen und über das Verständnis musikalischer Sprachen auch das Verständnis für die Kulturen zu vertiefen, die diese hervorgebracht haben. Im Zentrum der Kölner Konzertreihe stehen dabei jeweils Konzerte mit Yo Yo Ma und dem Silk Road Ensemble, einer Gruppe außergewöhnlicher junger Musiker, die verschiedensten Nationen und Kulturen entstammen. In diesen Konzerten, abgerundet von weiteren Konzerten und Ausstellungen zum Themenkreis Seidenstrasse, wird Musik aus Japan, China und Korea, aus der Mongolei, Tadschikistan, Usbekistan, Armenien und dem Iran erklingen und so ein musikalischer Bogen über die verschiedenen Länder der alten Handelsrouten gespannt.
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| Yo-Yo Ma und Buyanjargal Narangerel bei der Demonstration der Yatga, der mongolischen Zither. |
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Das Programm wird von der Absicht bestimmt, die Musik der Seidenstraße in einem möglichst breiten Spektrum - von traditionell überlieferten bis hin zu neu geschriebenen Werken - vorzustellen. Genuin asiatische Musik tritt neben westliche, die sich mit den musikalischen Errungenschaften außereuropäischer Kulturen auseinander setzt, verarbeitet und integriert. Das Publikum erlebt dabei nicht nur die Klänge der vertrauten westlichen Instrumente, sondern lernt vielmehr auch traditionelle Instrumente der Seidenstraßen-Länder kennen. In diesen facettenreichen Programmen zeigen sich die musikalischen Verbindungen, die, ungehindert von nationalen und kulturellen Grenzlinien, über die Jahrhunderte hinweg gewachsen sind. Das Silk Road Project hat hierzu sechzehn Komponisten mit der
Komposition neuer Werke beauftragt, wovon drei neue Cello-Konzerte zum Thema Seidenstraße im Laufe des Festivals vorgestellt werden. Diese Kompositionen machen neben der traditionellen und der westlichen Musik eine zentrale Komponente der Programme aus, sie eröffnen die Vision einer "neuen Seidenstraße", einem neuen musikalischen Wegenetz zwischen den Kulturen in Ost und West. Der "KölnMusik" gelang es ein umfangreiches Programm zu entwickelt, das den Ideen des Silk Road Project entspricht und dem Publikum alte und neue Musik der Seidenstraße in ihrer ganzen Bandbreite vorstellt: Im Rahmen der Konzertreihe "Musik der Seidenstraße - The Silk Road Project" werden bis zum Ende der Jubiläumsspielzeit insgesamt zehn Konzerte in der Kölner Philharmonie zu hören sein. Kernpunkt des Kölner
Programms bilden die vier Konzerte Yo Yo Mas zusammen mit dem Silk Road Ensemble. An drei aufeinander folgenden Tagen - am Donnerstag, 31. Januar 2002, 20:00 Uhr, am Freitag, 01. Februar 2002, 20:00 Uhr und am Samstag, 02. Februar 2002, 15:00 Uhr und 20:00 Uhr - lassen sie die historische Seidenstraße auf musikalischer Ebene wieder lebendig werden. Das erste Konzert zeigt die reiche Gesangstradition Aserbaidschans, Usbekistans und der Mongolei, präsentiert von den SängerInnen Khongorzul Ganbaatar und Mastona Ergashova. Den traditionellen Werken werden zeitgenössische Kompositionen wie "Orion" von Toru Takemitsu und die Nachtmusik des Usbeken Dimitri Yanov-Yanovsky gegenüber gestellt.
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| Der chinesische Komponist Zhao Jiping, Wu Man und Yo-Yo Ma im Gespräch. |
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Das darauffolgende Konzert widmet sich den traditionellen Saiteninstrumenten Chinas und der Mongolei - Pipa, Chatagan und Morin Khuur. Auch hier ergänzen zeitgenössische Kompositionen wie der "Blues at the Turquoise Night of Neyshabur" des Iraners Kayhan Kalhor das Programm. Ein Atelierkonzert am 26. Januar mit Mitgliedern des iranischen Dastan-Ensembles geht diesen Konzerten voraus. Außerdem werden sich das Schönberg Ensemble unter der Leitung von Reinbert de Leeuw sowie das Ensemble Intercontemporain unter Jonathan Nott in ihren Konzerten am Sonntag, 17. März 2002, 20:00 Uhr - "Imaginäre Orte und Reisen" - und am Donnerstag, 11. April 2002, 20:00 Uhr - "Orient - Okzident" - mit der Musik ferner Kulturen und deren Einflüssen auf die abendländische Musik auseinandersetzen.
Den Abschluss der Konzertreihe bildet ein Konzert mit traditioneller japanischer Musik: Die Priester-Mönche der buddhistischen Shingon-Schule werden dem Kölner Publikum am Sonntag, 02. Juni 2002, 20:00 Uhr mit ihren faszinierenden Gesängen einen letzten Einblick in die Musik der Seidenstraße geben. |