| Augenzeugenbericht über die israelische Belagerung Beiruts 1982.
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| Strassenszene an der grünen Linie. Beirut 1995. |
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Machmud Darwisch gilt mit Recht als einer der bedeutendste palästinensische Dichter der Gegenwart. Sein "ebenso vielschichtiges wie anspruchsvolles lyrisches Werk" (Der Bund) ist eng verbunden mit der Leidensgeschichte des palästinensischen Volkes. "Angesichts der Barbarei", so Machmud Darwisch, "kann die Poesie nur überleben, indem sie Partei für die Schwachen ergreift - wie ein Grashalm, der aus einer Mauerritze hervorsprießt, während die Armeen vorüberziehen." In seinem nun im Lenos Verlag erschienenen Prosawerk "Ein Gedächtnis für das Vergessen" schildert Machmud Darwisch in einer eindringlichen, poetischen, mitunter auch zynischen Sprache einen Tag im August 1982 in Beirut, während der israelischen Belagerung, die die Vertreibung der Palästinenser aus der
libanesischen Metropole zum Ziel hatte. Schon der Tagesbeginn ist schwierig. Während eines Bombenangriffs kocht er sich unter Lebensgefahr trotzig Kaffee, bevor er sich in die verwüsteten Strassen der Stadt hinauswagt. Sein Gang wird zu einer Reise ins persönliche und kollektive Gedächtnis. Reflexionen über das Schicksal der Palästinenser, die Stadt Beirut, das Fremdsein und das Exil, Erinnerungen an die Liebe zu einer jüdischen Frau, an die Zeit im Gefängnis vermischen sich mit Träumen, Begegnungen mit Dichterkollegen, Schilderungen der sich überschlagenden Ängste zu einem vielschichtigen, meisterlich gefertigten Text von großer künstlerischer Kraft. Machmud Darwisch wurde 1941 in Barwa (Palästina) geboren und flüchtete 1948 in den Libanon. Nach der Gründung des Staates Israel kehrte er heimlich zurück.
Sein Gedichtband Ölbaumblätter machte ihn in den sechziger Jahren berühmt. Wegen zunehmender Repressionen verließ Darwisch 1970 Israel erneut und lebte jahrelang im Exil. 1987 wurde er Mitglied der PLO, aus der er jedoch 1993 (Oslo-Abkommen) austrat. Er lebt heute in Amman und Ramallah. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Machmud Darwisch: Ein Gedächtnis für das Vergessen.
8°. 220 S., OPp. Lenos Verlag, Basel 2001. |