| Die Islamische Republik Iran steht nach der überwältigenden Zustimmung zum Kurs Muhammad Khatamis vor neuen Herausforderungen.
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| © mit freundlicher Genehmigung Verlag Klett-Cotta |
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Sowohl religiöser als auch kultureller Pluralismus gewinnen nicht nur immer mehr an Boden, sondern werden von der Bevölkerung geradezu gefordert, seit der radikal-islamische Gottesstaat an seinen inneren Widersprüchen zu zerbrechen droht. Diese Widersprüche wiederspiegeln auch die jüngsten Parlamentswahlen. Eine überraschend deutliche Zustimmung für den als Reformer apostrophieren Präsidenten Muhammad Khatami, der aber über nur beschränkte Machtbefugnisse verfügt. Die wichtigsten Entscheidungen in der iranischen Politik trifft nämlich nicht der Staatspräsident, sondern vielmehr das geistliche Oberhaupt der iranischen Schiiten und dessen Beraterstab. Schon daher wird Khatami von der iranischen Presse gerne auch als "regierender Oppositionsführer" bezeichnet.
Doch was sind die Folgen für die Weltpolitik? - Der Kulturwissenschaftler Gerhard Schweizer zeigt in der aktualisierten Neuauflage seines Buches, daß die revolutionären Vorgänge nur vor dem Hintergrund einer reichen kulturellen Tradition zu verstehen sind. Er spannt den Bogen zur 2500jährigen Geschichte und macht einen ganz anderen Iran sichtbar: Über viele Jahrhunderte hat das Land eine überragende Vermittlerrolle zwischen Asien und Europa gespielt, ist eine Drehscheibe zwischen Ost und West gewesen. Aus der historischen Rückschau wagt er eine Prognose für die Zukunft. Gerhard Schweizer: Iran. Drehscheibe zwischen Ost und West.
8°. 480 S. Geb. 4. aktual. Neuauflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2000. |