| Teheran im Jahre 1979: Der Schah ist aus seinem Land geflohen, die islamische Revolution hat die Macht übernommen.
Als nahezu einziger Gast in einem Teheraner Hotel versucht der Reporter Ryszard Kapuscinski in seinem Buch nun eine Bilanz der sich überstürzenden Ereignisse zu ziehen. Was hatte Chomeini besseres zu bieten als der Schah? Ryszard Kapuscinski, einer der großen Reporter der Gegenwart, beschreibt die Situation unter Schah Reza Palavi genau: ein Terror-Regime, das keine Luft zum Atmen ließ. Die Revolution war die zwangsläufige Folge. So ist sein Buch eine Reportage über die Mechanismen der Macht, der Revolution und des Fundamentalismus. Was war geschehen und wie konnte es dazu kommen? Es ist die alte Reporterfrage, die Kapuscinski sich stellt. Im Gegensatz zu vielen anderen Reportern jedoch ist er nicht an einer schnellen, einfachen oder gängigen Antwort interessiert, sondern analysiert sehr
genau auch die Hintergründe. Kapuscinskis Beobachtungen liefern Nahaufnahmen eines von Angst und Haß geprägten Volkes, das sich durch die Revolte befreit: ein politisches Lehrstück und zugleich ein Beweis für die große Kunst der Reportage. - Ein wichtiges Buch zum Verständnis Irans. "Ein Kapuscinski ist tausend graue Journalistenphantastereien wert - eine atemberaubende Mixtur aus Reportage und Kunst" - Salman Rushdie. Ryszard Kapuscinski ist 1932 in der ostpolnischen Stadt Pinsk geboren, die heute zu Weißrußland gehört. (Das war damals, wie er selber sagt, "Dritte Welt"). 1945 kam seine Familie nach Warschau, wo er studierte. In den fünfziger Jahren wurde er als Korrespondent nach Asien und in den Mittleren
Osten, später auch nach Lateinamerika und nach Afrika entsandt. Ryszard Kapuscinski: Schah-in-Schah.
8°. 212 S. OPp. Eichborn, Frankfurt 1997. |