| Eine Kindheit in der Wüste Somalias, eine Karriere auf den Laufstegen der Welt und ein grausames, lange gehütetes Geheimnis sind die Zutaten, die aus diesem Buch einen Bestseller machen. Doch dieser Mix aus Gewalt, Gefühl und Happy End ist nicht in der Fantasie der Autorin entstanden, vielmehr beschreibt Waris Dirie ihr eignes Leben.
Ihre Kindheit in der Wüste Somalia begann glücklich, zusammen mit ihren Geschwistern und den anderen Kindern ihres Nomadenstammes entdeckte sie die faszinierende Natur Afrikas. Dieses glückliche Leben endete für Waris Dirie im Alter von fünf Jahren. Sie wird, wie Millionen anderer afrikanischer Mädchen, beschnitten. In den folgenden Jahren erkennt sie was es bedeutet in dieser von Männern dominierten Welt als Frau zu leben. Die Frauen sind das Rückrat Afrikas, die meiste Last der Arbeit ruht auf ihren Schultern, die Rechte jedoch besitzen ausschließlich die Männer. Als Waris mit 13 Jahren einen Mann heiraten soll, den ihr Vater ausgesucht hat läuft sie von Daheim fort. - Ihre dramatische Flucht
durch die Wüste, verfolgt von ihrem Vater endet bei Verwandten ihrer Mutter in Mogadischu. Ihr Onkel wird somalischer Botschafter in London und nimmt Waris als Hausmädchen mit nach Europa. Als ihr Onkel nach Somalia zurückberufen wird gelingt es ihr mit vielen Tricks in London zu bleiben. Mit Gelegenheitsarbeiten hält sie sich mehr schlecht als recht über Wasser, bis sie im Alter von 18 Jahren als Model entdeckt wird. Mit der Zähigkeit eines Nomadenmädchens kämpft sie sich an die Spitze der Modelszene. Paris, Mailand, New York werden ihr Zuhause. Die Beschneidung bleibt lange Zeit ihr Geheimnis. In einem Interview mit Barbara Walters für die Zeitschrift Marie Claire bricht sie 1997 ihr Schweigen. Das Aufsehen, das ihr Bericht in der westlichen Welt erregt veranlaßt sie sich verstärkt um die Rechte afrikanischer Mädchen zu kümmern. Sie nutzt ihren
Ruhm um die Zustände, ihrem Heimatland und vielen anderen afrikanischen Ländern herrschen anzuprangern. Waris Dirie kämpft heute als Sonderbotschafterin der UNO gegen die Verstümmelung von Frauen, die auch heute noch in rund 28 Ländern vorgenommen wird. 1999 erhielt Waris Dirie den Deutschen Afrika Preis. Waris Dirie: Wüstenblume.
8°. 280 S. Pp. Droemer Knaur, München 2001. |