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Genug ist genug. Dies zumindest meint die Polizeiführung Algiers, die Commissaire Llob nach 35 Dienstjahren und der Entdeckung, dass er auch als Schriftsteller tätig ist, in den (Un-) Ruhestand versetzt.
Mit der unkonventionellen Arbeitsweise des Commissaires konnte so manch einer im Machtapparat Algeriens ja noch leben, nicht aber mit seinen Kriminalromanen, in denen er schonungslos die Situation seines Landes zwischen religiösen Eiferern und einer egoistischen Machtclique beschreibt und somit nach offizieller Diktion seine Kollegen anschwärzt und das Land in Misskredit bringt.
Seine Suspendierung - nachdem er eine ausdrückliche Distanzierung von seinen Büchern ablehnt - bedeutet jedoch nicht, dass er aus der Schusslinie all derer ist, die er öffentlich kritisierte. So wird seine Wohnung auf den Kopf gestellt, in seinem Stammcafé detonieren Handgranaten und schließlich bietet man ihm gar die Rehabilitierung und die Rückkehr auf seinen Posten an. Doch Commissaire Llob lehnt ab, in der Gewissheit, dass auch ihm es nicht gelingen wird in einer sich selbst zerstörenden Gesellschaft etwas zu erreichen und so führt uns der Autor zu einer dramatischen Schlusssequenz.
Im Gegensatz zu den beiden bisherigen Romanen "Morituri" und "Doppelweiss" ist "Herbst der Chimären" kein Kriminalroman im klassischen Sinne, dafür aber sicherlich das politischste Buch eines Autors, der wie viele seiner Kollegen gezwungen ist heute im französischen Exil zu leben.
Für uns ist die Trilogie eine der offensten und schonungslosesten Darstellungen der Situation im heutigen Algerien ohne mahnenden Zeigefinger, temporeich und unterhaltsam aber stets politisch.
Hinter dem Pseudonym Yasmina Khadra steht der 1956 geborene algerische Autor und ehemalige hohe Offizier der algerischen Armee Mohammed Moulessoul, der seit vergangenem Jahr zusammen mit seiner Familie im französischen Exil lebt. (fmn)
Lesungen mit Yasmina Khadra:
13.03.2002 - Rostock (20:00 Uhr, Frz. Kulturinstitut)
14.03.2002 - Bremen (20:00 Uhr, Frz. Kulturinstitut)
15.03.2002 - Stuttgart (20:00 Uhr, Frz. Kulturinstitut)
17.03.2002 - Insbruck (11:00 Uhr, Leokino)
18.03.2002 - München (20:00 Uhr, Literaturhaus)
19.03.2002 - Freiburg (20:00 Uhr, Frz. Kulturinstitut)
20.03.2002 - Düsseldorf (20:00 Uhr, Buchhandlung Rudolf Müller)
21.03.2002 - Dresden (20:00 Uhr, Frz. Kulturinstitut)
PLATZ 2 beim "DEUTSCHEN KRIMI PREIS 2002" in der Sparte INTERNATIONAL!
Yasmina Khadra: Herbst der Chimären.
Aus dem Frz. von Regina Keil-Sagawe.
Nachw. von Beate Burtscher-Bechter.
8°. 160 S., OLn., Haymon Verlag, Innsbruck 2001.
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