| Jahrelang wurde das Phänomen der Taliban in Afghanistan auch publizistisch kaum beachtet. Ahmed Rashid gelingt es mit seiner fundierten Analyse der Ereignisse diese Lücke zu schließen.
Afghanistan war bis vor kurzem noch das, was man gerne einen hoffnungslosen Fall nennt, ein Land in Zentralasien, das - so schien es uns manchmal - zwar bedauert wird, aber eigentlich schon längst als abgeschrieben galt und so verschloss man weitestgehend die Augen vor den Auswirkungen der fundamentalistischen Auslegung des Islam in einer sonst facettenreichen und durchaus toleranten arabisch-islamischen Welt. Die Sprengung der Buddhafiguren von Bamiyan ließ die Weltöffentlichkeit erstmals aufhorchen und rückte die Taliban kurz in das Zentrum der Betrachtung. Aber erst die Ereignisse des 11. September 2001 ließen das Land in den internationalen Focus rücken. Dem gesteigerten Interesse einer interessierten Öffentlichkeit wurde mit Sondersendungen und einigen rasch wieder aufgelegten
Sachbüchern Rechnung getragen. Umso erfreulicher, dass der Droemer Knaur Verlag nicht nur eines der bedeutensten Bücher zum Thema in einer Übersetzung auflegt, sondern dass diese auch ausgesprochen sorgfältig ausgefallen ist. Ahmed Rashid, der seit über 20 Jahren aus Zentralasien und Aghanistan für die renommierte britische Tageszeitung Daily Telegraph sowie die Far Eastern Economic Review berichtet, ist eine umfassende, detaillreiche und zugleich gut lesbare Pioniertat zum Thema gelungen, die ausgewogen alle Seiten des Themas beleuchtet: Den Aufstieg der Taliban ebenso wie ihre Beziehungen zur al-Qa'ida, Verwicklung der Sowjetunion, Pakistans und der USA und ihre wirtschaftlichen und politischen Interessen in der Region im Kampf um Macht und Erdöl. «Das einzig maßgebliche Buch über die
Taliban» - New York Times Ahmed Rashid: Taliban. Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad.
Mit einem Vorwort von Heiko Flottau.
8°. 432 S. frz. Brosch. Droemer Knaur Verlag, München 2001. |