| Das Völkerkundemuseum in Hamburg präsentiert etwa 200 Gemälde und Skulpturen zeitgenössischer afrikanischer Künstler in einer einmaligen Vielfalt.
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| © Museum für Völkerkunde Hamburg |
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| Middle Art, Friseurschild "Our Niger City Barber", 1970er Jahre. |
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Die ausgestellten Werke zeichnen sich nicht nur durch ihre besondere Orginalität aus, sondern insbesondere auch die ihre malerische Qualität aus der gesamten zweiten Hälfte des 20. Jahrunderts, also auch gerade aus den beiden hochspannenden Perioden des Übergangs von der Kolonialzeit und die Internationalisierung der modernen afrikanischen Kunst. Die Vielfalt der für die Ausstellung auswählten Motive reicht von mythischen Wesenm Straßenszenen und Portraits bekannter Persönlichkeiten über Friseurschilder bis hin zur Darstellung der farbenprächtigen afrikanischen Flora und Fauna. Neben Gemälden sind beispielsweise aber auch Steinskulpturen der Shona aus Zimbabwe und Ebenholzfiguren der Makonde aus Tansania zu bewundern. Gerade die künstlerisch hochwertigen modernen
Makonde-Skulpturen verknüpfen das gestern und heute, das hier und jetzt plastisch - seien es Menschen beim Verrrichten alltäglicher Arbeiten, Geister aus der Mythologie der Makonde oder abstrakt-erotische Arbeiten.
Vertreten sind aber auch Künstler wie der Kenianer Bertiers, dessen Bilder einen kritischen Blick auf die afrikanische Gesellschaft werfen indem er Themen wie Arbeitslosigkeit und Bürgerkrieg aufgreift oder Werke des aus Sambia stammenden Stephen Kappata, dessen kommentierte Plakate sich mit ihrem pädagischen Charakter vor allem an die Landbevölkerung wenden. So verschieden wie die gezeigten Arbeiten, so unterschiedlich sind Herkunft und Ausbildung der Künstler: Das Spektrum reicht von tansanischen Quadratmaler, die ihre Werke hauptsächlich für den touristischen Markt produzieren, über «westlich» geschulte Künstler bis hin zu Künstlern aus den Townships Sowetos oder Schildermaler der lokalen Märkte. Alle ausgestellten Werke stammen aus der rund 1000 umfassenden
Sammlung Péus, die in einzigartiger Weise Zeugnisse moderner Kunst Afrikas der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert und heute zu den bedeutensten Sammlungen gehört. Dem Hamburger Völkerkundemuseum gelingt es nicht nur eine Brücke zwischen der eigenen Sammlung des 19./20. Jahrhunderts zu schlagen, sondern vielmehr entsteht eine eindrucksvolle Dokumentation der frühen Moderne im postkolonialen Afrika. |