| Die zwischen 1863 und 1870 entstandenen Aufnahmen des Fotografen Samuel Bournes haben das Bild der indischen Kultur in Europa maßgeblich bestimmt. Seine grandiosen Reisefotografien führen vom Wunderland der Fakire zum damals völlig unerschlossenen Himalaja.
Die Ausstellung des Münchener Stadtmuseums "Sieben Jahre Indien" ist dem wohl erfolgreichsten und bedeutendsten europäischen Pionier der Fotografie in Indien gewidmet, der mit seinen Aufnahmen für lange Zeit unsere Vorstellung vom indischen Subkontinent maßgeblich mitbestimmt hat: Samuel Bourne (1834 - 1912). Über Jahrhunderte hinweg übte der indische Subkontinent mit seiner Vielfalt der Religionen, Kulturen und landschaftlichen Schönheiten auf Europäer eine bis heute ungebrochene Faszination aus, der vor allem immer wieder Schriftsteller und Künstler erlegen sind. Berühmtheit erlangte Samuel Bourne durch seine Photographien von dem damals noch weitgehend unerschlossenen - und für Europäer im
Normalfall verschlossene - Himalaja-Gebiet, das er abseits der üblichen Routen bereiste. Dass die Reisefotographie im 19. Jahrhundert ein heute - im Zeichen von Kodak, Fuji und Agfa - kaum noch vorstellbares, außerordentlich mühsames Unterfangen, war wird in den Reisetagebüchern Samuel Bournes mehr als deutlich, schließlich benötigte man ganze Karawanen von Lastenträgern für die Ausrüstung. Während seines siebenjährigen Aufenthalts in Indien hat Samuel Bourne hat 1200 Aufnahmen angefertigt, die er mit den Fotografien seines Partners Charles Shepherd in Verkaufskatalogen international anbot und vertrieb. Insbesondere aus seinen Aufnahmen der indischen Paläste und Prachtbauten spricht die Neugier und Begeisterung des Fotografen für das Exotische und Fremdartige, das in der
pittoresken Beschaulichkeit seiner Kompositionen jegliche Bedrohlichkeit verliert und vor allem touristische Sehnsüchte stimuliert. Im Mittelpunkt des sorgsam editierten Begleitbuches zur Ausstellung stehen neben den Fotografien der nordindischen Bergregion die Reiseberichte von Samuel Bournes Expeditionen in den Himalaja und nach Kaschmir von 1863 bis 1866, die zu den raren Selbstzeugnissen von Photographen im 19. Jahrhundert zu zählen sind und in der Ausführlichkeit ihrer Beobachtungen ein einzigartiges Zeugnis darstellen und somit in idealer Weise geeignet sind die Aufnahmen Bournes in einen größeren Kontext zu stellen. - Umfassende, großzügig ausgestattete Monografie über den Indien- u. Himalaja-Aufenthalt Samuel Bourne's. Samuel Bourne: Sieben Jahre Indien.
Fotografien und Reiseberichte 1863 - 1870.
4°. 224 S., zahlr. Duoton-Abb. Geb.
Schirmer, Mosel. München 2001. » bei Amazon.de bestellen |