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SCHLIEMANNS ERBEN

Troia: Traum und Wirklichkeit

Seit Heinrich Schliemann wurde Troia für die Deutschen zum Mythos, der bis heute seine Faszination ausübt. 1998 erklärte die UNESCO Troia zum Weltkulturerbe. Die Ausstellung zeigt Aufstieg und Fall der antiken Metropole zwischen Orient und Okzident.

Pferdekopf aus Ton, Kultobjekt. Babylon, 2000-1500 v. Chr. Archäologisches Museum Istanbul.
© T.C. Kulturministerium - Generaldirektion der Antiken. Foto: Mehmet Gülbiz.

Pferdekopf aus Ton, Kultobjekt. Babylon, 2000-1500 v. Chr. Archäologisches Museum Istanbul.

In Troia stehe die Wiege vieler Zivilisationen, die Stätte sei aber auch ein Teil der kulturellen Schätze der Türkei, so der türkische Staatspräsident Ahmet Necet Sezer anlässlich der Eröffnung. Gerade dieses Gesamtbild an Visionen und Realitäten die sich mit dem Namen der antiken Stadt Troia verbinden versucht die bisher größte Ausstellung zum Thema in allen seien Facetten und Nuancen aufzuzeigen.

Unter der Leitung des Archäologen Manfred Korfmann wird an der türkischen Mittelmeerküste seit 1988 an einem Ort gegraben, an dem vor über 100 Jahren der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann Homers Troja entdeckt haben wollte.
Der Schwerpunkt dieser jüngsten Forschungen lag insbesondere in der prähistorischen Stadt, wobei es erstmals gelang für eigentliche Unter- bzw. Wohnstadt zu orten.

Auf 1.500 Quadratmetern zeigt "Troia - Traum und Wirklichkeit" mit 800 Ausstellungsstücken, wobei die meisten davon wie insbesondere Schmuck, Waffen und Gefäße erstmals außerhalb der Türkei gezeigt werden, in bisher einmaliger Komplexität nicht nur die kleinasiatische Fundgrube, sondern insbesondere auch den Einfluss auf die kommenden Kulturen sowie die neusten Grabungsergebnisse des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Universität Tübingen, das zurecht als weltweit führendes Troia-Forschungszentrum gilt.

Mykenische Bügelkanne. Troia, Urnengrab 1, Troia VI um 1300 v. Chr. Archäologisches Museum Istanbul.
© T.C. Kulturministerium - Generaldirektion der Antiken. Foto: Mehmet Gülbiz.

Mykenische Bügelkanne. Troia, Urnengrab 1, Troia VI um 1300 v. Chr. Archäologisches Museum Istanbul.

Erzählt wird die Geschichte der antiken Stätte, ihr Aufstieg vom Ganovennest zur bedeutenden Handelsmetropole und ihr jäher Sturz in all ihren Facetten von den Anfängen bis zur Gegenwart. Hierzu gehören natürlich Homer und die Ilias und ihre Rezeption in Antike, Mittelalter und Neuzeit ebenso wie die von Heinrich Schliemann 1871 begonnenen Grabungen auf Hisarlik sowie die wirtschaftliche und geostrategische Bedeutung der Stätte an der Eingangspassage zum Schwarzen Meer.

Ihre Zugehörigkeit, als offensichtlich stark orientalisch geprägte, pulsierende Handels- und Hafenstadt, zum anatolischen Kulturkreis und ihre dominante Stellung als Knotenpunkt bedeutender Handelsrouten bis nach Afghanistan dürfte dank der Grabungen Manfred Kordmanns ebenso als bewiesen gelten, wie die Tatsache, dass man in Troia die Schrift schon kannte.

Alte Landkarten, die bereits Troia verzeichnen, die Darstellung in Schedels Weltchronik, Beispiele deutscher Troia-Dichtung aber ebenso Stiche und Gemälde erinnern darüber hinaus an den über Jahrhunderte hinweg vorhandenen Mythos.

Die archäologischen Ergebnisse der seit dreizehn Jahren andauernden Grabungen werden, neben der Troia-Rezeption, in der Ausstellung, die in Stuttgart, Braunschweig und Bonn zusehen sein wird, anhand von Fundstücken nicht nur einfach dokumentiert, sondern die Ausstellungsmacher schafften intensive Erlebniswelten durch den Einsatz interaktiver Multimedia-Installationen, die die Rekonstruktion der Bauten ermöglichten.

Troia - Traum und Wirklichkeit.

Troia - Traum und Wirklichkeit.

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Kostbare Originalhandschriften, Textüberlieferungen und Darstellungen in antiken Kunstwerken, der Vasenmalerei und Plastik von internationalem Rang lassen im Begleitbuch zur Ausstellung Troia wieder lebendig werden. Mittelalterliche Handschriften, neuzeitliche Gemälde und Objekte des Kunsthandwerks belegen die ungebrochene Aktualität des Themas.

Mit fast 500 farbigen Abbildungen von einmaligen und zum Teil bisher noch niemals außerhalb der Türkei gezeigten Fundstücken, die durch zahlreiche Karten, Modelle und Rekonstruktionen ergänzt werden, entsteht ein eindrucksvolles Bild von Troia und einer zwar längst vergangenen, aber immer noch faszinierenden Zeit.

Archäologisches Landesmuseum
Baden-Württemberg (Hrsg.):
Troia - Traum und Wirklichkeit.
4°. 496 S., ca. 500 meist farb. Abb., Geb.
Theiss Verlag, Stgt. 2001.

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Termine

Bonn - Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
verlängert bis 01. April 2002.
Di bis Sa 09:00 Uhr bis 21:00 Uhr,
So 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr.

parallel in Bonn: Das Volk der 1000 Götter - Die Hethiter. Die Kunst Anatoliens im 2. und im 1. Jahrhundert v. Chr.
18. Januar 2002 bis 09. Juni 2002.

www.troia.de zur Homepage der Ausstellung
Katalog zur Ausstellung

Archäologischen Landesmuseum Baden-
Württemberg (Hrsg.): Troia - Traum und Wirklichkeit.
4°. 496 S., ca. 500 meist farb. Abb., Geb. Theiss Verlag, Stgt. 2001.

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