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Die Reformdynamik in der Islamischen Republik.
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Präsident Khatami bei der Stimmabgabe zu den Parlamentswahlen (18. Feb.
2000).
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Nach den Parlamentswahlen im Februar dieses Jahres ist die iranische Gesellschaft stark in Bewegung geraten.
Diesem Umstand wollte die Heinrich-Böll-Stiftung mit einem dreitägigen hochrangig besetzen Kongress in Berlin Rechnung tragen - der größten Zusammenkunft iranischer Politiker und
Intellektueller seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979.
Berichte im Vorfeld, dass die Veranstaltung aber lediglich der Verbesserung der deutsch-iranischen-Beziehungen
dienen solle, die von Verantwortlichen strikt dementiert wurden, führten zu heftigen Störungen, so dass die Veranstaltung mehrfach unterbrochen werden mußte und als weitgehend
gescheitert gelten darf.
So erklärte beispielsweise der iranische Publizist Faradsch Sarkuhi gegenüber der Berliner
Tageszeitung (TAZ), "dass die Konferenz wichtige politische und kulturelle Tendenzen in Iran, die Menschenrechtsfrage und die geistigen Tendenzen der drei Millionen Exiliraner sogar vollkommen
ausschließt."
Unter diesen negativen Vorzeichen konnte man sich dann über in großer Offenheit ausgesprochene
Mißstände nur wundern, wenn sich etwa Hotjatoleslam Eshkevari für die Trennung von Religion und Staat einsetzte oder die Frauenrechtlerin Mahrangis Kar ihr Kopftuch als Zwang
bezeichnete und weitere berichtete: "Die Forderungen der Menschen gehen weiter, als die Refombewegung will" und trat vehement für Gesetzte ein, die die Freiheit der Presse, der Frauen und andere
Religionen sichere. Auf Vorwürfe durch Exilanten hinsichtlich ihres Kopftuches verwies sie unter Tränen auf entsprechende Gesetzte die sie dazu zwinge.
Auch wenn die Konferenz mehrfach unterbrochen werden mußte so ist zu hoffen, dass ein Dialog in dem alle
gesellschaftlich relevanten Kräfte einbezogen werden in einer ähnlichen Offenheit - und ohne starken Polizeischutz - weiter fortgesetzt werden kann.
Über den Kongress und dessen Live-Übertragung - die hohe Wellen schlug - berichtete u.a. auch die BBC.
Der Kongress schlug hohe Wellen: Innerhalb kürzester Zeit nach dem Kongress wurde der Betrieb von 16 Tageszeitungen eingestellt, drei Prominente, wie die Agenturen AP/dpa/rtr berichten, wegen
ihrer Teilnahme an der Konferenz vor ein Revolutionsgericht in der iranischen Hauptstadt zitiert und zwei weitere Reformaktivistinnen verhaftet.
Berlin: Haus der Kulturen der Welt.
07. April bis 09. April 2000.
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