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7000 Jahre persische Kunst

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IRAN

Iran nach den Parlamentswahlen

Die Reformdynamik in der Islamischen Republik.

Damaskus, Straßenbild um 1922

© IRNA

Präsident Khatami bei der Stimmabgabe zu den Parlamentswahlen (18. Feb. 2000).

Nach den Parlamentswahlen im Februar dieses Jahres ist die iranische Gesellschaft stark in Bewegung geraten. Diesem Umstand wollte die Heinrich-Böll-Stiftung mit einem dreitägigen hochrangig besetzen Kongress in Berlin Rechnung tragen - der größten Zusammenkunft iranischer Politiker und Intellektueller seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979.

Berichte im Vorfeld, dass die Veranstaltung aber lediglich der Verbesserung der deutsch-iranischen-Beziehungen dienen solle, die von Verantwortlichen strikt dementiert wurden, führten zu heftigen Störungen, so dass die Veranstaltung mehrfach unterbrochen werden mußte und als weitgehend gescheitert gelten darf.

So erklärte beispielsweise der iranische Publizist Faradsch Sarkuhi gegenüber der Berliner Tageszeitung (TAZ), "dass die Konferenz wichtige politische und kulturelle Tendenzen in Iran, die Menschenrechtsfrage und die geistigen Tendenzen der drei Millionen Exiliraner sogar vollkommen ausschließt."

Unter diesen negativen Vorzeichen konnte man sich dann über in großer Offenheit ausgesprochene Mißstände nur wundern, wenn sich etwa Hotjatoleslam Eshkevari für die Trennung von Religion und Staat einsetzte oder die Frauenrechtlerin Mahrangis Kar ihr Kopftuch als Zwang bezeichnete und weitere berichtete: "Die Forderungen der Menschen gehen weiter, als die Refombewegung will" und trat vehement für Gesetzte ein, die die Freiheit der Presse, der Frauen und andere Religionen sichere. Auf Vorwürfe durch Exilanten hinsichtlich ihres Kopftuches verwies sie unter Tränen auf entsprechende Gesetzte die sie dazu zwinge.

Auch wenn die Konferenz mehrfach unterbrochen werden mußte so ist zu hoffen, dass ein Dialog in dem alle gesellschaftlich relevanten Kräfte einbezogen werden in einer ähnlichen Offenheit - und ohne starken Polizeischutz - weiter fortgesetzt werden kann.

Über den Kongress und dessen Live-Übertragung - die hohe Wellen schlug - berichtete u.a. auch die BBC. Der Kongress schlug hohe Wellen: Innerhalb kürzester Zeit nach dem Kongress wurde der Betrieb von 16 Tageszeitungen eingestellt, drei Prominente, wie die Agenturen AP/dpa/rtr berichten, wegen ihrer Teilnahme an der Konferenz vor ein Revolutionsgericht in der iranischen Hauptstadt zitiert und zwei weitere Reformaktivistinnen verhaftet.

Berlin: Haus der Kulturen der Welt.
07. April bis 09. April 2000.

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Länderlexikon
Chronik

04. Mai 2000:
Deutsch-Iranische Kooperation - Das Institut für Auslands-
beziehungen präsentiert Werke Hermann Glöckners im Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst.

25. Juni 2000:
Schließung der Tageszeitung Bayan, obwohl eine Woche zuvor sich das Parlament für eine weitere Liberalisierung des Presserechts ausgesprochen hat.

13. Jan. 2001:
Hohe Haftstrafen und Verbannung gegen teilnehmende Journalisten.

Linktipp
iranistik.de zur Homepage der Ausstellung